Falkenhagener Berge
Landschaftsgeschichte der Binnendünen
Relikte der Eiszeit
Als sich die Gletscher am Ende der Weichsel-Kaltzeit zurückzogen, blieben am Gletscherrand ausgedehnte Sandflächen zurück. In der letzten Phase der Kaltzeit, der Jüngeren Tundrenzeit, kam es vor ca. 12.000 Jahren zu einer erneuten Abkühlung. Das Klima wurde trockener. Von Westwinden wurde der feinkörnige Sand davongetragen und an anderer Stelle abgelagert. So entstand innerhalb Falkensees ein Dünengebiet, das sich östlich des Falkenhagener Sees, über die Falkenhagener Berge bis zum Bredower Forst in einer Ausdehnung von etwa sieben Kilometern erstreckt.
Nutzung des Waldes
Im Schmettauschen Kartenwerk (1767-1787) führt das Gebiet der Falkenhagener Berge die Flurbezeichnung „Falckenhagensche Bauer Heyde". Sie ist ein Hinweis auf eine vermutlich intensive Waldweidennutzung der Bauern aus Falkenhagen.
Im 18. Jahrhundert begann in Brandenburg die planmäßige Aufforstung mit der Kiefer.
Nutzung durch Rohstoffabbau
In den 1930er Jahren wurden die bewaldeten Dünen durch den Menschen geöffnet. Die feinen Sande der aufgewehten Dünen eigneten sich hervorragend als Baumaterial. So fanden die Sande für den Bau des Bahndammes zwischen Berlin (Spandau) und Falkensee als Aufschüttung Verwendung.

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Der Sand wurde über mehrere Kilometer mittels Loren-Bahnen durch Falkensee transportiert.
Durch den Abbau entstanden in den Falkenhagener Bergen zwei offene Dünen.
Militärische Nutzung
Die höchste Erhebung in den Falkenhagener Bergen ist der sogenannte Scheinwerferberg.
Er hat eine natürliche Höhe von 50 Meter NHN. Diese natürliche Höhe nutzend, wurde zu Beginn des Jahres 1943 eine Flak-Scheinwerferanlage errichtet. Seither trägt der Scheinwerfer Berg seinen vom Volksmund geprägten Namen.
Lebensraum für Lebenskünstler
Pionier der Pflanzenwelt
Einer der ersten Ankömmlinge auf den offenen Sandflächen der Falkenhagener Berge ist die Sand-Segge (Carex arenaria). Sie bildet meterlange unterirdische Erdsprosse. Mit ihren Wurzeln festigt sie einerseits den Sandboden, andererseits kommt sie mit erneuten Sandumwälzungen gut zurecht.
„Gepard" der Käferwelt
Der Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) ist ein sehr schneller Läufer, der in der Lage ist, Fliegen zu fangen. Um für seine Leistung eine optimale Betriebstemperatur von 35 Grad Celsius zu erreichen, stellt er sich gern in die Sonne. Wird es ihm zu heiß, verschafft er sich Abkühlung, indem er, auf seine langen Beine gestützt, den Abstand zum Boden vergrößert.
Die künstlich geschaffenen offenen Binnendünen in den Falkenhagener Bergen sind seltene Extremstandorte und nach Bundesnaturschutzgesetz geschützte Biotope.

Foto: Wiedemann

Foto: Archiv, Museum und Galerie Falkensee

Foto: Wiedemann